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Date: Friday, 15. January 2010 - Friday, 26. February 2010
Location: Aando Fine Art

Ignas Krunglevicius in der Galerie Aando Fine Art

Photo: Ignas KrungleviciusPhoto: Ignas Krunglevicius

Die Galerie Aando Fine Art präsentiert den Medienkünstler Ignas Krunglevicius erstmals in Berlin mit der Einzelausstellung "DISSONANCE".

Krunglevicius, geboren 1979 in Litauen, studierte Musik-Komposition in Norwegen, wo er heute lebt und arbeitet. Vor kurzem hat er den Norwegischen Kunst Preis Sparebankstiftelsen DnB NOR Stipendutstilling erhalten und wurde im Rahmen des Golden Cube-Preises für Installation auf dem Kasseler Dokumentarfilm und Videofest im November 2009 mit "Lobender Erwähnung" ausgezeichnet.

In seinen Installationen, Video- und Sound-Arbeiten untersucht Krunglevicius Macht- und Gewalt-Strukturen, die den Betrachter häufig unausweichlich konfrontieren und gewohnte Wahrnehmungsmuster hinterfragen lassen. In der Aneignung psychologischer Konstituenten von Machtverhältnissen, Mechanismen der Bewusstseinskontrolle und spieltheoretischer Erkenntnisse erzeugt Krunglevicius Bedeutungsdimensionen innerhalb sozio-politischer und kognitiver Kodes. Primärquellen wie Kriminalfälle oder Polizei-Verhöre werden dabei direkt in die Arbeit übertragen und auf minimale, aber interaktive Art und Weise als Text mit Sound synchronisiert, wodurch der Betrachter zu einer extremen emotionalen Anteilnahme und Frustration herausgefordert wird.

Im Rahmen der Einzelausstellung bei Aando Fine Art wird Krunglevicius eine neue Arbeit zeigen "Confessions", die auf Geständnissen von Mördern basiert, die diese selbst verfasst haben und die in bundesstaatlichen Behörden archiviert wurden. Daneben wird sein meist beachtetes Werk "Interrogation" zu sehen sein - eine Video-Installation, die sich auf das polizeiliche Verhör mit der Frau eines Pastors bezieht, die sich eines Tages dazu entschloss, ihren Mann zu erschießen. Die Frau hatte seinerzeits in den USA nationales Aufsehen erregt, da öffentlich über ihre Motive und ihren Geisteszustand spekuliert wurde. Krunglevicius übersetzt die polizeiliche Verhörmethode dabei in scharfe, pulsierende, singuläre Töne, die der Arbeit selbst eine Gewalt verleihen, die nicht nur die Mörderin als Opfer stilisiert, sondern den Betrachter zugleich objektiviert: Wir werden selbst Zeuge und Subjekt des medialen Verhörs. Für Krunglevicius reflektieren diese Art der Aufdeckung und diese Mechanismen sozialer Verbrechen gegenwärtigen Voyeurismus und die Massen-Paranoia der Gewalt.

Darüber hinaus wird die Ausstellung zwei Sound-Installationen zeigen - "Listen" und "Obstruction". Es sind Arbeiten, die den Betrachter aktivieren und mobilisieren, da er seine Position und seinen Stand-Punkt verlassen muss, um die Kopfhörer und damit den Sound überhaupt erfassen zu können. Krunglevicius präsentiert Sound folglich als etwas, dem man nicht ohne weiteres ausgesetzt ist, sondern das im Gegenteil sowohl eine Eigenleistung als auch einen Stillstand erfordert.

Wie der Titel der Ausstellung DISSONANCE nahelegt, bringt Krunglevicius Dimensionen der Dissonanz zum Ausdruck, die unsere Existenz grundsätzlich bestimmen. Die Arbeiten entstand in Zusammenarbeit mit dem Soundkünstler Snorre Hvamen.

 

Text: Aando Fine Art


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10117
Berlin
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